Was schulische Inklusion ist und was sie nicht ist

Ich kann bei diesem vieldiskutierten Thema nicht länger still sitzen bleiben. Warum maßen sich immer mehr Menschen ein Urteil darüber an, wie schulische Inklusion funktionieren kann, wenn sie weder irgendwelche Erfahrungen im Bereich der schulischen Integration haben noch im persönlichen Alltag sich aktiv mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen?

Pressemeldungen zeigen immer wieder, dass viele Menschen nach wie vor nicht verstanden haben, was „schulische Inklusion“ wirklich beinhaltet. Besonders ärgerlich ist es, wenn Journalist_innen ohne jede Erfahrung sich des Themas annehmen, darüber berichten und damit Fehlinformationen und Vorurteilen eine Plattform bieten.

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Das Thema Diskriminierung in den Medien am Beispiel der Hamburger Kammerspiele

„Ziemlich beste Freunde“ war ein Kinohit, der die ganze Gesellschaft bewegte und die Behindertenaktivisten Uwe Frevert und Gerlef Gleiss (gestorben am 05.02.2014) zu gegensätzlichen Kommentaren veranlasste (Quelle). Im Film geht es um die enge Freundschaft zwischen Philippe, der mit einer Querschnittlähmung ab dem Hals in einem Elektrorollstuhl sitzt, und seinem Assistenten Driss, der seinem Arbeitgeber durch seine Assistenzleistungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Nun kündigten die Hamburger Kammerspiele an, den Film vom 23. März bis zum 25. Mai 2014 in einem Theaterstück mit Hardy Krüger jr. in der Hauptrolle aufzuführen, ausgerechnet in ihrem nicht barrierefreien Gebäude. Das sorgte unter Menschen mit Behinderung für gewaltigen Unmut.

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Die Inklusion in der Spirale der Integration

Fünf Jahre sind seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention vergangen und ich beobachte mit zunehmendem Missmut, wie der Begriff „Inklusion“ immer mehr verwässert wird. Zuletzt schrieb ich über den missbräuchlichen Umgang mit dem Forschungszweig Disability Studies. Ein ähnliches Schicksal scheint den Begriff „Inklusion“ zu ereilen. „Inklusion“ scheint jetzt der neue Name für „Integration“ zu sein.

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Disability Studies ohne Inklusion? Von der Übertretung der Regel „Nichts über uns ohne uns!“

Vor einigen Tagen entdeckte ich den Blogtext „Emanzipation der ‚Disability Studies'“ auf der Website von Aktion Mensch. Auch wenn ich es sehr schätze, dass diesem noch wenig beachteten Forschungszweig Aufmerksamkeit gewidmet wird, fehlen im Text einige wesenliche Aspekte. Der für Disability Studies so zentrale Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ wird weder erwähnt noch umgesetzt. Warum berichtet darüber nicht jemand, der in diesem Gebiet tätig und idealerweise auch selbstbetroffen ist? Weiterlesen

Witze über Menschen mit Behinderung – Gedanken zu Ableismus und Inklusion

In der taz löste die Rubrik „Gurke des Tages“ von Michael Ringel in Bezug auf den blinden Fußballspieler Robert Warzecha (Quelle) im Internet eine heftige Diskussion aus, wie weit Satire auf Kosten von Menschen mit Behinderung gehen darf. Tatsache ist, dass der betroffene Fußballer darüber nicht lachen konnte (Quelle). Problematisch war, dass ein bestimmter Mensch namentlich und im Zusammenhang mit seiner Behinderung öffentlich „durch den Kakao gezogen“ wurde. Es macht sicher auch einen Unterschied, ob Witze von ebenfalls betroffenen Menschen oder von Menschen ohne Behinderung ausgehen. Weiterlesen